Kooiker-Treff

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amie

Re: amie

Beitragvon Trickdog-Kyra » 17.11.2010, 24:30

Ein Albtraum ... erinnert mich stark daran, was ich damals mit Kyra alles mitmachen musste, nur war sie zum Glück nie über Nacht weg. Kyra ist ein Straßenwelpe aus einem verwilderten Rudel aus Griechenland und obwohl wir sie recht jung bekommen hatten, konnte sie nicht wirklich eine Bindung zum Menschen aufbauen. Sie war auch öfters mal weg, im Schnitt 5-6 Std. Sie hat es geschafft sich trotz doppelter Sicherung (Geschirr + Halsband) immer wieder zu befreien bei für sie beängstigten Situationen. Das war ein Fahrradfahrer, ein Regenschirm oder einfach nur ein Schatten von einem Baum der vorher da nie war :? Letztendlich ist sie dann doch immer wieder nach Hause gekommen; sie hatte auch immer einen rießen Schutzengel, da wir nicht weit von der Autobahn entfernt wohnen.
Aber mit viel Geduld und Arbeit kann ich sagen, heute, fast 5 Jahre später ist sie ein fast normaler Hund, dem man es so, wenn man ihn nicht kennt gar nicht mehr ansieht, wenn sie in ihr altes Muster verfällt.
Was uns sehr geholfen hat waren viele Vertrauensspiele machen und dass wir zu Clickern und Trickssen angefangen haben. Sie hat kein Futter mehr aus der Schüssel bekommen, sondern musste es sich nur noch verdiehnen. Sie hat sie mehr und mehr dadurch gelernt zu vertrauen und dass man Spass mit uns Menschen haben kann. Heute flüchtet sie, wenn sie Panik bekommt nur noch zu uns und kann überall frei laufen.
Ich finde es gut, dass ihr euch gleich professionelle Hilfe holt und wünsche Euch viel Erfolg und Ausdauer auf eurem bevorstehenden Weg, der sicher nicht ganz einfach und kurz sein wird, aber die kleinen Erfolge, die ihr sehen werdet, stellen die Arbeit in den Hintergrund ;)
LG Linda, Kyra & Cleo
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Re: amie

Beitragvon lilabie » 17.11.2010, 24:30

heute hat eine nachbarin beim spazieren gehen die leine gefunden, von der sich amie in der horrornacht in der kälte befreit hat! meine güte, da sind mir die furchtbarsten bilder wieder eingefallen....
ich bin sooo dankbar, dass das gut ausgegangen ist!
:s030: :s030:

liebe linda,
was du mir schreibst, macht mir wirklich mut.
ans klickern habe ich auch schon gedacht!! ich hoffe, dass mir da die hundetrainerin helfen kann. habe diesbezüglich noch gar keine erfahrungen.
aber die trainerin meinte am telefon eh, dass sie ideen hat wie wir amies vertrauen und selbstbewusstsein stärken können :P
da sie sich ja über hundekontakt so freut, habe ich auch schon überlegt, ob es ihr nicht helfen könnte, wenn wir uns öfter mit einem entspannten hund zum spazieren gehen treffen würden. vl kann sie sich da was abschauen, wenn der in den "furchtbaren" situationen ganz cool bleibt?
was glaubt ihr? bringt das was?

amie ist nun schon 4 wochen bei uns und hat schon unglaublich viel gelernt :P
vor allem aber, merke ich, dass wir nun wirklich als familie zusammenwachsen. das ist so ein schönes gefühl :-) :-)
in der wohnung und nur mit der familie schreckt sie sich mittlerweile so gut wie gar nicht mehr :) und auch bei meinem freund, mit dem's für sie am schwersten war (mann?!) fühlt sie sich nun schon wohl und begrüßt ihn freudig!!
ich freu mich sehr, dass sich alles so gut entwickelt! wir könne's uns ohne ihr schon gar nicht mehr vorstellen ;-)
Liebe Grüße,
Julia mit Amie
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Re: amie

Beitragvon Der kleine Carino » 17.11.2010, 24:30

Könnt mir schon vorstellen, dass es was bringt...
Na dann scheint die Frage 'festes Zuhause oder nicht' ja wohl schon beantwortet zu sein... :lol:
LG Julia
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Re: amie

Beitragvon Sugus » 17.11.2010, 24:30

lilabie hat geschrieben:da sie sich ja über hundekontakt so freut, habe ich auch schon überlegt, ob es ihr nicht helfen könnte, wenn wir uns öfter mit einem entspannten hund zum spazieren gehen treffen würden. vl kann sie sich da was abschauen, wenn der in den "furchtbaren" situationen ganz cool bleibt?
was glaubt ihr? bringt das was?)


Das mit dem Abschauen ist nicht ganz so einfach! Die Ängste sitzen so tief drin und sind mit Irgendwas verknüpft, und zwar allein in Amie drin. Da kann kein anderer Hund helfen, es kommt bei entsprechenden Umständen immer wieder hoch! Nur Zeit und Vertrauen zu euch wird allmählich Besserung bringen.

Mein Sugus ist ja auch ein Tierheimhund, und er hat aus seinem ersten Lebensjahr ein richtiges Trauma, das nie ganz wegzubringen war. Aber wenigstens ist es jetzt etwas abgeschwächt. Wenn wir mit ihm reisen, sitzt er da und hechelt, ist gestresst, kann keine Ruhe finden. Die Ungewissheit, wo es hingeht, kann er nicht bewältigen, weil er damit das Versetztwerden verknüpft hat.
Da kann Olina noch so seelenruhig daneben liegen oder schlafen, es berührt ihn nicht. Andersherum wird sie von ihm auch überhaupt nicht angesteckt, weil sie ja diese Erfahrung nicht gemacht hat.

Amie wird sich bestimmt noch an vieles gewöhnen und gelassener werden, aber es braucht Zeit.
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Re: amie

Beitragvon lilabie » 17.11.2010, 24:30

hi,
Sugus hat geschrieben:Mein Sugus ist ja auch ein Tierheimhund, und er hat aus seinem ersten Lebensjahr ein richtiges Trauma, das nie ganz wegzubringen war.

weißt du genaueres über sugus' erstes lebensjahr? wie alt ist er jetzt und wie lange habt ihr gebraucht, bis ihr eine sichere bindung zu einander aufgebaut habt?
ich hoffe, es ist ok, dass ich so neugierig frage, aber für mich ist das grade voll spannend ;-)

Sugus hat geschrieben:Das mit dem Abschauen ist nicht ganz so einfach! Die Ängste sitzen so tief drin und sind mit Irgendwas verknüpft, und zwar allein in Amie drin. Da kann kein anderer Hund helfen, es kommt bei entsprechenden Umständen immer wieder hoch! Nur Zeit und Vertrauen zu euch wird allmählich Besserung bringen.

ja, das klingt natürlich nachvollziehbar.
aber ich bin nicht sicher, ob jede situation in der sie sich fürchtet an ein kronkretes trauma anknüpft.
also natürlich ist das in vielen momenten so.
aber grade draussen, wenn viel los ist , dann kommt sie mir schnell sehr verunsichert und einfach reizüberflutet vor und ist dann dementsprechend nervös... möglicherweise kennt sie sowas einfach auch nicht...
ich weiß ja von ihren ersten 6 monaten gar nichts. nur dass sie dann mit ca. 6 oder 7 monaten in der tötungsstation gelandet ist.
nachdem ich ja schon den eindruck habe, dass es hilft, wenn ich bzw. ihr rudel ganz ruhig und gelassen bleibt, habe ich halt gedacht, vl hilft es auch bei einem hundefreund.
besonders deshalb, weil sie sich in den ganzen 4 gemeinsamen wochen noch nie vor einem hund gefürchtet hat; bei dem großteil der hundebegegnungen war sie sogar recht erfreut :D
naja, ich denke mir: hilft's nichts, so schadet's wohl auch nicht, oder?
Liebe Grüße,
Julia mit Amie
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Re: amie

Beitragvon Sugus » 17.11.2010, 24:30

Hallo Julia

Bestimmt ist Hundegesellschaft generell gut, denn wenn Amie nur ängstlich oder verunsichert ist, gibt ein gelassener Kollege ihr schon Sicherheit.

Olina ist als Junghund auch schnell mal verunsichert oder erschrocken und geht dann sofort hinter Sugus zum Schutz suchen. Sogar eher hinter ihn als hinter mich. :)

Über die Vorgeschichte von Sugus weiss ich leider auch nichts Genaues, einzig sein Geburtsdatum wurde übermittelt (10.4.2004). Er tauchte eines Tages in der Anzeige eines Schweizer Tierheims auf, als 15 Monate alter Mischling. Da ich schon damals Kooiker-infiziert war und eigentlich einen Welpen wollte, mein Mann aber auf Tierheimhund plädierte, gingen wir uns den süssen Gefleckten ansehen, der doch wirklich sehr viel Kooikerähnlichkeit aufweist. Und wie es dann so kommt, drei Tage später zog er bei uns ein!

Ich habe lediglich erfahren, dass er bei einer Frau gelebt habe, dann irgendwo in Norddeutschland in ein Tierheim abgegeben und von dort in die Schweiz geholt wurde. Seinem Verhalten nach zu schliessen war er ein reiner Wohnungshund, hatte von der Welt noch so gut wie nichts kennen gelernt.

Er war anfänglich sehr ruhig (möglichst nicht auffallen!) hat kaum gespielt, liess aber alles mit sich geschehen, irgendwie teilnahmslos, wie „ausgelöscht“. Ich wundere mich noch heute drüber, wie ein junger Hund so werden kann.

Eine Bindung entstand nur ganz allmählich, er hat sich aber sofort aufs Haus fixiert und die Geborgenheit darin wohl geschätzt. Als mir in der zweiten Woche mal die Flexileine aus der Hand rutschte, sich zusammenzog und dem Hund ans Hinterbein knallte, ist er so erschrocken dass er in Panik schreiend davon raste. Aber nicht einfach weg, sondern auf kürzestem Weg zum Haus zurück, seine Zuflucht!
Nach etwa 2 Monaten hat er gewinselt, wenn ich aus dem Haus ging, das hat wohl die erste Bindung angezeigt, aber bis er dann so richtig zu mir gehörte, hat‘s wohl so gegen ein Jahr gedauert – genau kann ich’s nicht sagen.

Sein „Trauma“ habe ich mir selber zusammen gereimt, aus dem Verhalten geschlossen: er wurde sicher nie an Autofahren gewöhnt, sondern einfach jedes Mal eingepackt und verfrachtet, und dann war alles weg, was er kannte. Dann kamen neue Menschen, fremde Umgebung, und das gleich viermal im ersten Lebensjahr, da muss es einen nicht wundern, wenn sich so etwas für immer einprägt. Er wurde bestimmt nirgends schlecht behandelt, aber auch nicht besonders liebevoll.

Um ihm die Angst zu nehmen, habe ich ihn anfänglich immer im Auto gefüttert. Diese positive Verknüpfung hatte Erfolg, er liebt jetzt das Auto, aber lieber im Stillstand! Nach etwa einer halben Stunde Fahrt beginnt er stets zu hecheln, ist angespannt, legt sich nie hin.

Nach etwa zwei Jahren hatte Sugus dann schon so viel Selbstvertrauen entwickelt, dass er meinte, die Welt gehöre nur ihm! Sein Territorium im Umkreis von mind. 1 km wurde vehement verteidigt, Radfahrer gejagt und geschnappt :evil: , Hunde verbellt, harmlose Passanten angesprungen und Besucher in unserer Wohnung am Hosenbein „gebremst“. Heute kann ich sagen, wir haben alle brisanten Situationen gemeistert und aus Sugus ist ein freundlicher, verträglicher und folgsamer Hund geworden, der (fast) immer Freude macht. ;) Ich habe jedenfalls nie bereut, dass ich ihn aufgenommen habe.

So wirst du auch mit Amie noch Höhen und Tiefen erleben, es braucht Zeit und Geduld, aber es lohnt sich! :smilie_tier_193:
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Re: amie

Beitragvon lilabie » 17.11.2010, 24:30

danke ros, für die geschichte von sugus.
es tut mir so gut, die erfahrungen von anderen zu lesen :-)
kennt jemand von euch ein forum, in dem so liebe leute sind wie hier und in dem es um tierschutzhunde geht?
bin ja eigentlich gar kein forentyp, aber in eurer runde habe ich mich gleich wohl gefühlt ;)

alle paar tage merken wir, dass es amie wieder ein bisschen besser geht :-)
wir haben uns mit petra und ivy zum spazieren gehen getroffen und die beiden hundchen haben so süß und ausgelassen gespielt! es war die reinste freude für mich, zu beobachten welche lebensfreude amie in so kurzer zeit entwickelt bzw zurückgewonnen hat :-) ich glaube, petra wollte mir gar nicht glauben, wie ängslich amie noch am selben vormittag bei der ersten begegnung mit der hundetrainerin war ;-)
besonders lustig war auch zu beobachten, wie ähnlich amie den kooikern auch in natura sieht :P
vielen dank für den spaziergang, petra! ich hoffe, wir können das bald wiederholen!!

natürlich haben wir noch die ganz schlimmen momente in denen amie ängste wieder hoch kommen, aber sie werden immer seltener.
die neue hundetrainerin war da und wir sind nun grade am klicker aufbauen. ich kann das ganz stark beobachten, dass sie in stressmomenten eine alternative handlungsmöglichkeit braucht. und hoffentlich gelingt es uns auf lange sicht mit klicker, kong und co wirklich, die unangenehmen situationen neu zu verknüpfen.
ich versuche nun draussen vorausschauend zu sein und amies aufmerksamkeit, schon bevor sich die angst meldet, auf etwas anderes zu lenken.
immer gelingt es mir nicht, vor allem wenn auch die kinder dabei sind. aber im großen und ganzen klappt es wirklich gut. wir sehen die fortschritte jetzt schon ;)
hier noch ein paar fotos von unserem mädi!
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Liebe Grüße,
Julia mit Amie
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Re: amie

Beitragvon Petra » 17.11.2010, 24:30

Hallo Julia,

uns hat es auch sehr gefreut Amie endlich kennenzulernen! Sie ist eine ganz bezaubernde Hündin und es war schön zu sehen wie ausgelassen unsere Mädls gespielt haben! Gerne wieder!

Ich glaube ihr seid auf einem guten Weg und mit der Hundetrainerin als Unterstützung wird das schon! Wünsch dir viel Freude und Spaß mit deiner süßen Maus :)
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